Vier schnelle Tipps für bessere Texte
Ihr seid in eurer Firma für Marketing, PR oder Unternehmenskommunikation zuständig und das Schreiben von Texten geht euch nicht so leicht von der Hand? Vor allem technische Produkte zu beschreiben, kann manchmal schwierig sein. Ihr müsst nicht Germanistik studiert oder eine Ausbildung zum Texter gemacht haben, um Texte zu schreiben, die eure Kunden oder Mitarbeiter erreichen. Wenn ihr das Gefühl habt, schon ganz ordentlich zu schreiben, aber ihr findet eure Texte langatmig, langweilig und fragt euch am Ende des Satzes, was am Anfang stand, dann helfen euch vielleicht diese einfachen Tipps.

Tipp 1: Kurze Sätze
Unsere Aufmerksamkeit ist begrenzt und unser Hirn gefühlt voll von den ganzen Reizen, die auf uns einprasseln. Lange, verschachtelte Sätze will niemand lesen. Ein Hauptsatz und noch ein Nebensatz, gerne auch eingeschoben, sind okay. Aber mehr sollte es nicht sein. Wir brauchen kurze Sätze, um die Informationen zu verarbeiten und gedanklich Luft zu holen.
Tipp 2: Eine Aussage pro Satz
Zum kurzen Satz gehört auch, nur eine oder zwei Aussagen in einen Satz zu packen. Dass das Küchengerät abwiegen kann und erhitzen und kühlen und zerkleinern und rühren und dafür verschiedene Geschwindigkeiten hat, ist toll. Aber ihr solltet nicht alle Funktionen in einen Satz packen. Dann wird es langatmig, unübersichtlich, die einzelnen Features verlieren an Bedeutung und bleiben nicht hängen. Und am Ende fragt man sich, was der Fön in der Küche soll.
Tipp 3: Verben statt Substantive
Verben geben einem Satz Schwung und treiben ihn voran. Substantive sind eher statisch und unbewegt. Ein Beispiel. „Das Öl schmiert die Maschine“ versus „Das Öl ist für die Schmierung der Maschine zuständig“. Mit dem Substantiv „Schmierung“ entsteht eher Abstand zur Handlung, „schmieren“ hingegen, da können wir uns etwas drunter vorstellen, da ist Bewegung drin. Das Beispiel zeigt gut, was Sprache und Sprachverständnis für uns oft ist: ein Gefühl. Und das muss stimmen.
Und noch etwas: Wählt genaue Verben, bleibt nicht vage. Sagt nicht, sie habe das Unternehmen verlassen. Ist sie in Rente gegangen? Hat sie gekündigt? Wurde sie entlassen? Gebt den Lesern ein genaues Bild.
Tipp 4: Aktiv statt passiv
Verben, die wir grundsätzlich lieber mögen, können aktiv oder passiv sein. „Daniela sah ihn“ oder „Er wurde von Daniela gesehen“. Der erste Satz ist kurz und eindeutig, der zweite länger und auch irgendwie ungenauer. Jemanden ist etwas widerfahren. Einmal? Immer? Statt Klarheit tauchen Fragen auf. Passiv-Konstruktionen sind für Leser anstrengend und sie wissen nicht so recht, welches innere Bild in ihrem Kopf entstehen soll.
Also: Verwende aktive Verben, es sei denn, der Sachverhält lässt sich nur passiv ausdrücken.
Viel Spaß beim Ausprobieren!
